„Ohne genialsozial wäre ich auf gar keinen Fall da, wo ich heute bin“

Sabrina studiert Medienforschung/Medienpraxis an der Technischen Universität Dresden. In der 10. Klasse nahm sie mit ihrer Schule am Aktionstag "genialsozial" teil. Dieser beeinflusste ihre Studienwahl und heute arbeitet sie neben ihrem Studium als Werkstudentin in ihrer damaligen Arbeitsstelle. Im nachfolgenden Interview beschreibt Sie, wie sie durch "genialsozial" zu ihrem Traumjob gefunden hat.

"genialsozial": Du hast deinen Aktionstag bei deinem heutigen Arbeitsgeber „Globalfoundries“ verbracht. Wie bist du darauf gekommen genau dieses Unternehmen zu besuchen?

Sabrina: Das ging damals über meinen Stiefpapa. Er arbeitet schon seit einigen Jahren dort im Unternehmen. Bei mir war das früher auch so, dass ich zu meinen Eltern gegangen bin und gesagt habe, dass ich bei "genialsozial" teilnehme und ich würde den Rasen mähen und den Geschirrspüler ausräumen oder sowas in der Art. 2014 kam dann aber mein Stiefpapa zu mir und meinte, das Unternehmen könnte bis zu 40 Mitarbeiterkinder beschäftigen und er würde mich und meinen Stiefbruder da gerne anmelden, wenn ich darauf Lust hätte. Interesse hatte ich auf jeden Fall, aber die Frage war, ob es da überhaupt etwas für mich gäbe, da es ein sehr technikorientiertes Unternehmen ist und ich hatte mich damals noch nicht so für Technik interessiert. Ich hatte eher Organisationstalent und konnte auch gut mit Sprachen. So hat er sich in die Spur gemacht und geschaut, ob er was Passendes findet. Dann hat er tatsächlich die Kommunikations- und PR-Abteilung gefunden und mit denen abgemacht, dass ich dort am Aktionstag mitarbeiten kann.

"genialsozial": Was machst du selbst bei Globalfoundries? Was ist dort deine Aufgabe?

Sabrina: Ich bin in der Kommunikationsabteilung angestellt und arbeite dort mit zwei sehr lieben Kolleginnen und meinem Chef zusammen. Meine Aufgabenbereiche sind sehr unterschiedlich. Wir sind ein Unternehmen mit mehr als 3000 Mitarbeitern, die aus aller Herren Länder kommen, weshalb bei uns die komplette Kommunikation in Deutsch und Englisch angelegt ist. Alles, was wir intern veröffentlichen, veröffentlichen wir bilingual. Deswegen nimmt ein großer Teil meiner Arbeit das Übersetzen ein. Also z.B. von Artikeln für unseren internen Mitarbeiter-Newsletter. Ich verfasse auch selbst Artikel. Ich halte fest, was es in der Firma gerade für Themen gibt, was sich verändert hat, was die Leute bewegt. Daraus schreibe ich Artikel, die dann in unserem Newsletter erscheinen. Manchmal schlüpfe ich auch in die Rolle der “rasenden Reporterin” und fotografiere auf internen Events oder schieße Fotos für andere Abteilungen.

"genialsozial": Wie hast du deinen Aktionstag bei „Globalfoundries“ erlebt? Hat dir die Tätigkeit Spaß gemacht und dir schon einen guten ersten Eindruck vom Unternehmen verschafft?

Sabrina: Das Programm ging damals um 9 Uhr los. Wir sind zu dritt, also mein Stiefpapa, mein Stiefbruder und ich, dahin gestiefelt und dort wurde uns das Programm erklärt und wir haben eine kurze Einführung bekommen, was das Unternehmen so macht und wie es strukturiert ist. In unserem Foyer steht ein Modellbau, der das Firmengelände von oben zeigt. Daran werden immer gerne Einführungen mit Besuchergruppen gemacht. So war das auch mit uns. Das ist ziemlich witzig, weil jetzt mache ich das für Schülergruppen, was ich damals selbst gezeigt bekommen habe. Dann ging es auch schon in unsere Abteilungen. Die erste Tätigkeit, die ich ausgeführt habe, war tatsächlich das Lager der Abteilung aufzuräumen, wo die ganzen Goodies aufbewahrt werden. Als ich damit fertig war, ging es weiter mit einer Übersetzung. Ich habe so vor mich hin übersetzt und habe es dann von einer Mitarbeiterin überprüfen lassen und sie meinte: „Wow, du hast ein gutes Talent für die englische Sprache.“ Die Übersetzung damals war vom Deutschen ins Englische. So hatte ich damals das erste Erfolgserlebnis des Tages. Dann ging es in einer weiteren Aufgabe darum, dass ich unsere Abo- Zeitungen nach relevanten Artikeln für die Firma durchschauen musste. Wir haben zwei Aushängekästen auf dem Firmengelände, in denen es immer neue Artikel aus der Zeitung gibt. Das habe ich tatsächlich an diesem Tag das erste Mal gemacht. Ich habe damals drei bis vier Zeitungen durchforstet. Das hat ziemlich viel Zeit in Anspruch genommen, aber das mache ich tatsächlich auch heute in meiner Tätigkeit als Werkstudentin immer noch. Die letzte Aufgabe bestand darin, dass ich einen kleinen Artikel über meinen Tag bei Globalfoundries schreiben sollte. Das fand ich persönlich sehr cool, weil ich meine Eindrücke direkt festhalten konnte, was dann auch später im Newsletter veröffentlicht wurde.

" Ehrlich gesagt, hätte ich ohne genialsozial gar nicht gewusst, dass es diesen Bereich gibt."

"genialsozial": Das heißt, am Ende hast du dich gut gefühlt mit dem Aktionstag?

Sabrina: Genau. Ich wurde in der Abteilung sehr herzlich aufgenommen und die Kolleginnen haben mich bei allen Fragen, die ich hatte, unterstützt und haben mir auch wirklich viele Einblicke gegeben. Man muss ja auch bedenken, dass ich gerade in der 10. Klasse war und mich zu der Zeit auch ein bisschen mit meiner beruflichen Zukunft auseinandergesetzt hatte. Und dann kam die Erkenntnis, dass das eine wirklich coole Kombi für mich sein könnte. Ich interessiere mich für Organisation, ich interessiere mich für Sprachen, ich schreibe gerne. Das war so ziemlich genau das, was ich eigentlich machen wollte.

"genialsozial": Glaubst du, du wärst ohne "genialsozial" in dieses Berufsfeld gegangen?

Sabrina: Ehrlich gesagt hätte ich ohne "genialsozial" gar nicht gewusst, dass es diesen Bereich gibt. Ich wusste immer, ich kann gut organisieren und ich bin sprachlich begabt. Allerdings ist es als Schülerin der 10. Klasse sehr schwer, seine Interessen in einem Beruf zu vereinen. Die Möglichkeit zu sehen, dass man das tatsächlich kombinieren kann, war eine super Erfahrung. Ohne "genialsozial" wäre ich auf gar keinen Fall da, wo ich heute bin.

"genialsozial": Uns erreichen ja immer wieder viele Fragen von SchülerInnen und auch von Eltern. Wo sie sich Arbeit suchen können und ob wir da Tipps haben. Hättest du vielleicht aus deiner "genialsozial"-Vergangenheit noch Tipps für SchülerInnen, die noch gar nicht wissen wo sie Arbeit suchen können?

Sabrina: Ich glaube, viele Firmen machen da wirklich viel möglich, aber die wissen ganz oft einfach nicht, dass es diesen Tag gibt. Ansonsten würde ich einfach tatsächlich mich in der Nachbarschaft umgucken, ob jemand Unterstützung gebrauchen kann. Bei Hotels oder auch kleineren Geschäften oder Supermärkten könnte ich mir gut vorstellen, dass SchülerInnen da gute Einblicke gewährt werden können. Also ich glaube, dass es tatsächlich mehr Möglichkeiten gibt, als man denkt. Zum Beispiel kann ich mir gut vorstellen, dass auch Sportvereine in der Gegend gerne etwas für den Nachwuchs machen wollen.


Das Interview führte das "genialsozial"-Team.