14. Sächsische Jugendgeschichtstage

Welche Spuren der letzten Jahrhunderte gibt es in meiner Region zu entdecken? Wie haben meine Eltern ihre Jugend in unserem Ort erlebt? Wie haben sich Menschen für meine Heimat engagiert? In diesem Jahr beteiligten sich 23 Jugendgruppen aus allen Teilen Sachsens am Programm „Spurensuche“. Sie haben Geschichte aufgespürt, die so in keinem Geschichtsbuch zu lesen ist. Sie durchforsteten Dokumente, sprachen mit Zeitzeugen die ihnen Auskünfte gaben über eine Zeit, die sie selbst nicht miterlebt haben. Rund 200 junge Menschen haben in ihren Projekten ein Stück der Geschichte aufleben lassen und sich so für ihre Heimatregion engagiert.

Auf den bevorstehenden Jugendgeschichtstagen am 22. und 23. November 2018 im Sächsischen Landtag werden sie ihre Erlebnisse, Neuigkeiten und Erfahrungen auszutauschen, miteinander ins Gespräch kommen und neue Impulse der Jugendgeschichtsforschung erhalten.

Die Jugendgeschichtstage setzen sich immer wieder mit wichtigen gesellschaftlichen Themen auseinander. Das aktuelle Spurensuche-Jahr widmete sich der dringendsten Forderung unserer Gesellschaft, dem „Frieden“. Angesichts der aktuellen globalen Auseinandersetzungen stellen sich die Fragen: Welche Friedensbemühungen gab es damals? Welche braucht es heute? Wie kann ein friedliches Miteinander gelingen? Und was können wir selber tun? Gemeinsam möchten wir uns auch zu den 14. Jugendgeschichtstagen über dieses Thema austauschen.

Der Auftakt wird am Donnerstag in Form von Bildungsangeboten mit Workshops und Exkursionen stattfinden. Geplant sind u.a. Workshops mit der Gedenkstätte Geschlossener Jugendwerkhof Torgau, ein Workshop zur Jugend in der DDR anhand eines Lernkoffers mit Stasi-Dokumenten, Fotos und Originalgegenständen und der Auseinandersetzung mit dem Frieden als Utopie. Außerdem stehen eine „Actionboundtour“, eine Führung durch die Sächsische Landes- und Universitätsbibliothek sowie der Besuch der Ausstellung „Rassismus – Die Erfindung von Menschenrassen“ im Hygienemuseum auf dem Programm.

Der Freitag wird mit einem Improvisationstheater beginnen. Anschließend wird der Projektemarkt durch den Landtagspräsidenten Dr. Matthias Rößler, der Staatsministerin des Sächsischen Staatsministeriums für Soziales und Verbraucherschutz Barbara Klepsch und der Geschäftsführung der Sächsischen Jugendstiftung, Andrea Büttner eröffnet. Wir freuen an diesem Tag auf einen bunten Projektemarkt, auf dem alle 23 Spurensuche-Projekte ihr achtmonatiges Engagement präsentieren. Bei der Erforschung der vornehmlich kleinen, verborgenen Geschichten sind die SpurensucherInnen auf Erstaunliches und Skurriles gestoßen und haben aber auch zu bestürzenden Ereignissen und Einzelschicksalen aus dem Alltag von Menschen im Wandel der Zeiten recherchiert.

Zur Projektemesse, am Freitag, den 23.11.2018 von 10.30 – 15.30 Uhr sind alle interessierten Menschen herzlich eingeladen, um sich selbst ein Bild von den erforschten Schätzen der Jugendgruppen zu machen. Der Eintritt ist frei.

Für eine Teilnahme am Donnerstag, den 22.11.2018 wird um eine Anmeldung bis zum 9.11.2018 unter spurensuche@sachsische-jugendstiftung.de gebeten.
Bitte beachten Sie unseren Hinweis zum Datenschutz bei Veranstaltungen.

Die Organisation der Jugendgeschichtstage erfolgt über das Programm „Spurensuche“ in Kooperation mit dem Sächsischen Landtag unter der Schirmherrschaft des Landtagspräsidenten.

Die Jugendgeschichtstage werden finanziell unterstützt durch das Sächsische Staatsministerium für Soziales und Verbraucherschutz und im Rahmen des Landesprogramms „Weltoffenes Sachsen für Demokratie und Toleranz“ gefördert.

Wir bedanken uns bei unseren kooperativen und verlässlichen PartnerInnen für die Ermöglichung des vielfältigen Programms und bei den jungen Menschen für ihr Interesse, ihre Motivation und ihr Durchhaltevermögen.

 

„Das Beste, was wir von der Geschichte haben, ist der Enthusiasmus, den sie erregt.“
(Johann Wolfgang von Goethe)

Die Jugendgeschichtstage sind die Plattform für den Austausch von Erfahrungen und der Präsentation von Ergebnissen der (lokal)historischen Forschung mit und durch junge Menschen. Jährlich im November werden die Jugendgeschichtstage in Kooperation mit und im Sächsischen Landtag durchgeführt und von vielen Geschichtsvereinen, interessierten Bürgern, Vertretern der Politik und vor allem von vielen Jugendgeschichtsprojekten genutzt.

Wir sind davon überzeugt, dass das Erforschen von Geschichte(n) Spaß und Leidenschaft erzeugen kann. Vom Kindertraum detektivischer Puzzlearbeit sind das Sichten uralter Dokumente und Fotografien, das Erfragen faszinierender Ereignisse und Geschichten und das Heben des historischen Schatzes als Momente der Erkenntnis nicht weit entfernt. Vergangenes bekommt Namen und Gesichter, wird greifbar und konkret. Lernen wird bereichert durch Handeln und Probieren - Lernstoff durch regionale Bezüge und Geschichten.

Die Kontaktstelle für Jugendgeschichtsarbeit verfolgt das Ziel, Initiativen, Institutionen und Organisationen, die im Bereich der historischen Forschung engagiert sind, zusammenzubringen, den Austausch zu befördern und Kooperationen anzuregen. Wir beraten und unterstützen Jugendinitiativen und Projektgruppen, die in ihrer Region ein Stück Geschichte zum Leben erwecken, historische Fakten und Spuren heben und sichern wollen.

Geschichtsprojekte als Form der schulischen und außerschulischen Bildung stellen ein wichtiges demokratisches und kulturelles Lernfeld dar. Junge Menschen, die sich in Projekten mit Heimat, Identität, historischen Veränderungsprozessen und Biografien befassen, erfahren interdisziplinäre Wissenszugänge und erwerben handlungsorientiert demokratische Kenntnisse und Fähigkeiten.

In den betreuten Geschichtsprojekten entstehen Arbeiten, die vielseitige Themen und Schwerpunkte verfolgen. Gemein ist allen, dass junge Menschen einen Beitrag zu ihrer regionalen und lokalen Erinnerungskultur leisten.