Das war´s schon…? Rückblick auf die 12. Sächsischen Jugendgeschichtstage am 17. und 18. November 2016

Die Sonne zeigte sich pünktlich zur Eröffnung der Sächsischen Jugendgeschichtstage am Donnerstag im Sächsischen Landtag. Die Jugendgeschichtstage sind der Höhepunkt des Spurensuche-Jahres. 20 Projektgruppen aus ganz Sachsen hatten sich aufgemacht, um ihre Erlebnisse und Erfahrungen auszutauschen, miteinander ins Gespräch zu kommen und die Ergebnisse ihrer Forschungen zu präsentieren.

Die Jugendgeschichtstage werden in Kooperation mit dem Sächsischen Landtag ausgerichtet und als 2-tägige Veranstaltung umgesetzt. Am ersten Tag standen für die Projektgruppen sechs Angebote zu historischen Themen im Vordergrund. Workshops mit dem Anne Frank Zentrum Berlin, der Gedenkstätte Geschlossener Jugendwerkhof Torgau sowie eine Theaterperformance der Sächsischen Landeszentrale für Stasi-Unterlagen fanden im Landtag statt. Die anderen drei Angebote fanden außerhalb des Landtags statt. Die Gedenkstätte Bautzner Straße, das Militärhistorische Museum sowie eine Geocachetour durch die Dresdner Altstadt waren Ziel der Exkursionen. Am Abend sorgte der Zauberer Jannis Kaiser für magische Momente und Überraschungen auf dem Herbergsschiff „Pöppelmann“.

Der 2. Tag begann mit einem Zeitzeugengespräch über „Kulturen der Jugend in Ost und West vor 1989“ und stand am Nachmittag ganz im Zeichen des Projektemarkts, auf dem alle Jugendgruppen ihre Forschungsergebnisse ausstellen konnten.

Mit der Eröffnung des Projektemarkts durch den Landtagspräsidenten Dr. Matthias Rössler, den Grußworten der Geschäftsführerin der Sächsischen Jugendstiftung Andrea Büttner und einer kleinen Aufführung der Projektgruppe „30 Jahre nach Tschernobyl“ der CaTeeDrale e.V. aus Görlitz wurde es bunt im Sächsischen Landtag. In dieser Zeit präsentierten die Projektgruppen ihre Ergebnisse, konnte ein Quiz gelöst und über den Publikumspreis abgestimmt werden.

Anschließend wurde der Plenarsaal durch Musiker RANY und Poetry Slammer Lucas Böhme in Beschlag genommen, die uns grandios unterhielten und zum Nachdenken anregten. Jasmin und Marcus vom Rochlitzer Spurensucherteam führten uns souverän durch das Programm, und verliehen zusammen mit Leonita die Publikumspreise und Quizpreise. Über eine besondere Würdigung der Spurensuche-Jury, welche im März die Projekte zu einer Förderung auswählte, konnte sich das Projekt „König-Albert-Gedenkstein“ des Kinderland Sachsen e.V. freuen. Wir sagen allen Gewinnern herzlichen Glückwunsch und allen Jugendgruppen ein dickes Dankeschön für die fantastischen Tage!

Wir sehen uns hoffentlich alle bei den 13. Sächsischen Jugendgeschichtstagen am 23. und 24. November 2017 im Sächsischen Landtag wieder!

 

„Das Beste, was wir von der Geschichte haben, ist der Enthusiasmus, den sie erregt.“
(Johann Wolfgang von Goethe)

Die Jugendgeschichtstage sind die Plattform für den Austausch von Erfahrungen und der Präsentation von Ergebnissen der (lokal)historischen Forschung mit und durch junge Menschen. Jährlich im November werden die Jugendgeschichtstage in Kooperation mit und im Sächsischen Landtag durchgeführt und von vielen Geschichtsvereinen, interessierten Bürgern, Vertretern der Politik und vor allem von vielen Jugendgeschichtsprojekten genutzt.

Wir sind davon überzeugt, dass das Erforschen von Geschichte(n) Spaß und Leidenschaft erzeugen kann. Vom Kindertraum detektivischer Puzzlearbeit sind das Sichten uralter Dokumente und Fotografien, das Erfragen faszinierender Ereignisse und Geschichten und das Heben des historischen Schatzes als Momente der Erkenntnis nicht weit entfernt. Vergangenes bekommt Namen und Gesichter, wird greifbar und konkret. Lernen wird bereichert durch Handeln und Probieren - Lernstoff durch regionale Bezüge und Geschichten.

Die Kontaktstelle für Jugendgeschichtsarbeit verfolgt das Ziel, Initiativen, Institutionen und Organisationen, die im Bereich der historischen Forschung engagiert sind, zusammenzubringen, den Austausch zu befördern und Kooperationen anzuregen. Wir beraten und unterstützen Jugendinitiativen und Projektgruppen, die in ihrer Region ein Stück Geschichte zum Leben erwecken, historische Fakten und Spuren heben und sichern wollen.

Geschichtsprojekte als Form der schulischen und außerschulischen Bildung stellen ein wichtiges demokratisches und kulturelles Lernfeld dar. Junge Menschen, die sich in Projekten mit Heimat, Identität, historischen Veränderungsprozessen und Biografien befassen, erfahren interdisziplinäre Wissenszugänge und erwerben handlungsorientiert demokratische Kenntnisse und Fähigkeiten.

In den betreuten Geschichtsprojekten entstehen Arbeiten, die vielseitige Themen und Schwerpunkte verfolgen. Gemein ist allen, dass junge Menschen einen Beitrag zu ihrer regionalen und lokalen Erinnerungskultur leisten.