Der Ausstellungsbus „Historyliner – 1989 (Unser Aufbruch)“ im Jahr 2011

Der Ausstellungsbus Historyliner wendete sich an Jugendgruppen in Vereinen und Kommunen, sowie Geschichtskurse weiterführender Schulen in Sachsen, die sich mit lokalhistorischen Fragestellungen beschäftigen und sich in dieser Arbeit im Jahr 2011 aktiv an der Aufarbeitung der Geschehnisse rund um das Geschenk der Deutschen Einheit und dem Zusammenwachsen Deutschlands beteiligen wollten.

Gerade bei jungen Menschen ist ein Wissensdefizit zu diesen Vorgängen, deren historischen Einordnung und Leistung sowie dem facettenreichen Werden des geeinten Deutschlands erkennbar. Dahingehend bot der Historyliner die Möglichkeit in Form eines mobilen Museums über das politische System und den Alltag der Bevölkerung in der DDR zu informieren und gegen ein Vergessen der Ereignisse der Friedlichen Revolution zu agieren. Zudem dient er als unterstützendes Mittel beim Aufbau einer individuellen Beurteilungskompetenz der damaligen Zeit aus heutiger Sicht und beim Entwickeln einer Methodenkompetenz beim Arbeiten mit historischen Quellen.

Die Sächsische Jugendstiftung fungierte auch 2011 als Träger des Ausstellungsbusses, der von der Sächsischen Staatsregierung und MitarbeiterInnen des Sächsischen Landesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen konzipiert wurde und schon 2009 und 2010 interessierten Bürgerinnen und Bürgern an öffentlichen Standorten zur Verfügung stand. Die Sächsische Jugendstiftung hat versucht die Möglichkeiten des Fahrzeuges noch effizienter gerade für nachwachsende Generationen im Bereich der Demokratieerziehung zu nutzen. In Kooperation mit Schulen und Jugendvereinen ergaben sich schwerpunktmäßig Perspektiven für die Ausstellung und die objektive Auseinandersetzung mit DDR-Geschichte.

Der Historyliner „Friedliche Revolution – Unser Aufbruch ‘89/90“ konnte 2011 von April bis Mitte November 91 Termine wahrnehmen. Der Großteil der angesprochenen Gemeinden, Schulen und Jugendvereine nahm das Angebot begeistert an. Aufgrund der sehr guten  Resonanz sind die vorhandenen Kapazitäten sogar über das geplante Maß ausgelastet worden. Weitere Anfragen worden vermerkt, um diese bei einer Verlängerung des Projektes berücksichtigen zu können. Der Ausstellungsbus besuchte öffentliche Plätze in Pirna, Thum, Bad Lausick, Sayda, Frohburg, Stolpen, Großschönau, Lauter, Freiberg, Meißen, Mittweida, Meerane, Riesa, Dresden und Leipzig. Dabei bewegten sich die Besucherzahlen zwischen 25 und 200 Personen pro Tag. Der Historyliner war teilweise bis zu fünf Tagen nacheinander an einem Ort und konnte insgesamt 1.800 Besucher an öffentlichen Plätzen in der Laufzeit 2011 verbuchen. Die Gemeinden, Jugendeinrichtungen und auch die örtliche Presse wurden vorab über den Besuch des Busses informiert und bekamen Info-Material zugeschickt.

Außer dem Busfahrer war mindestens eine Mitarbeiterin / ein Mitarbeiter des Ausstellungs-Teams vor Ort, in der Regel sogar zwei. Diese sprachen interessierte PassantInnen an und hießen die Gäste der Ausstellung willkommen. Weiterhin boten sie eine Ausstellungsführung an oder standen für Rückfragen, Diskussionen oder Gespräche zur Verfügung.  Drei besonders erwähnenswerte Termine im öffentlichen Raum waren der „Markt der Kulturen“ in Pirna, der Kirchentag in Dresden und das Lichtfest in Leipzig. Besonders in Dresden und Leipzig hatte der Ausstellungsbus  eine überwältigende Resonanz, die sich in den Besucherzahlen ausdrückt. Zum Kirchentag besuchten über vier Tage ca. 700 Personen den Historyliner und zum Lichtfest ca. 200 Personen. Für viele Besucher bot der Bus eine wichtige inhaltliche Begleitung zur Erinnerung an den 9. Oktober 1989 in Leipzig.

Die Resonanz von SchülerInnen und LehrerInnen war äußerst positiv. Der Ausstellungsbus wird unterrichtsbegleitend für Geschichte und Gesellschaftskunde bis hin zum Deutschunterricht eingesetzt. Die Lehrerinnen und Lehrer sehen darin eine anschauliche und interdisziplinäre Ergänzung ihres Unterrichts. Gerade die Ausstellungsobjekte, Bilder und Filmbeiträge ermöglichen einen anderen Zugang als reine Textstudien.

Auch das Konzept der Museums-Detektive, der Recherche-Aufträge und der Vorabinterviews wurde von den LehrerInnen und SchülerInnen als pädagogisch wertvoll eingestuft.

Im Jahr 2011 besuchte der Historyliner 51 Schulen, davon acht Gymnasien, 33 Mittelschulen, sechs Berufsschulen, zwei Förderschulen, eine Abendrealschule und eine Sportschule. Der Bus wurde dabei öfter für zwei Tage gebucht. Es besuchten ca. 3.425 Schülerinnen und Schüler die Ausstellung. Die Klassenstufen erstreckten sich von der 5. Bis zur 13. Klasse beziehungsweise vom ersten bis zum dritten Lehrjahr.

Der große Vorteil des Historyliners war seine Mobilität, dadurch ermöglichten wir Gemeinden sowie Schulen und Jugendeinrichtungen vor Ort einen Einblick in die Zeit der Friedlichen Revolution. Die Möglichkeit mit modernen Medien zu arbeiten und die individuelle Betreuung sind ein weiteres Argument für die Weiterführung des Projektes. Gerade Schulen im ländlichen Raum, für die es oft einen erhöhten organisatorischen und finanziellen Aufwand bedeutet Veranstaltungen zur historisch-politischen Bildung wie zum Beispiel eine Fahrt in das Zeitgeschichtliche Forum oder in die „Runde Ecke“ in Leipzig wahrzunehmen, waren sehr dankbar für das Angebot der mobilen Ausstellung. Für die Schulen war das Angebot kostenfrei und mit einem eher geringen organisatorischen Aufwand verbunden, es konnte für mehrere Klassen pro Tag genutzt werden.

Derzeit besteht leider keine Aussicht auf eine Weiterführung des Projektes, die Fahrzeuginstandhaltung ist schwer zu kalkulieren, Mittel stehen nicht in ausreichendem Maße zur Verfügung.

Der Historyliner konnte nach 2011 leider nicht mehr weiter betrieben werden.

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