Erstes Seminar im FSJ 2019/2020 in Frauenstein

In der Woche vom 21. Bis zum 25. Oktober führte uns der gemeinsame Weg als FSJ-Gruppe in die erzgebirgische Kleinstadt Frauenstein. Fünf Tage lang beschäftigten wir uns mit verschiedensten Themen und lernten uns intensiver kennen.

Am Montag kamen wir nach einer perfekt strukturierten Anreiseplanung in der Jugendherberge an und begannen unsere erste Seminarfahrt mit einem gemeinsamen Mittagessen. Der Montagnachmittag stand ganz im Zeichen des Kennenlernens und der Organisation. Nachdem wir unsere Zimmer bezogen haben, malten wir Porträts voneinander und stellten Seminarvereinbarungen für die kommenden Bildungstage auf.

Dienstagmorgen gab es durch einen Workshop des Vereins „Mitwirkung mit Wirkung“ einen Input in die Welt der Rhetorik. Es dauerte gar nicht lange, bis wir alle begannen, Ken um seine Künste im Malen von Flipcharts zu beneiden. Mit verschiedenen Methoden und einem WUP zum Munterwerden ging der Vormittag schnell vorbei.
Danach folgte ein Vortrag über die Möglichkeiten der Beteiligung von Jugendlichen in der Kommunalpolitik und anhand eines selbstgewählten Beispiels sollten wir die gelernten Methoden dann auch theoretisch einmal durchspielen. Als Referentin stand uns Anke Lietzmann, die Kinder- und Jugendbeauftragte Dresdens, zur Seite. Abgerundet wurde der zweite Tag der Seminarfahrt mit einem spannenden Quizabend, angeleitet von Feli. An diesem Abend durften wir auch unser Maskottchen, Detlef den aufblasbaren Flamingo, in unserer Runde willkommen heißen.

Nicht nur politische Themen sollten bei unserer Fahrt im Vordergrund stehen. Am Mittwoch begann unser „Peer-Training“, durchgeführt von den Referent*innen Lucas und Alina. Im Vordergrund stand das Thema „Identität“. Durch Methoden wie das „Identitätsmolekül“ entstanden tiefgreifende und teilweise auch sehr private Gespräche in unserer Gruppe. Wir alle fassten dies als sehr positiv auf, denn dadurch konnten wir uns noch besser kennenlernen und bauten unsere Gruppendynamik weiterhin auf. Ebenso beschäftigten wir uns mit verschiedenen Begriffsdefinitionen und klärten dabei die Bedeutung von Begriffen wie „Rassismus“ und „Vorurteile“ in der Gesellschaft. Wer wollte, konnte den Abend gemütlich am Lagerfeuer ausklingen lassen.

Der Donnerstagmorgen stellte den zweiten Teil unseres Peer-Trainings dar. Wir teilten uns in Gruppen auf, bekamen in den Gruppen jeweils eine Zitrone und erkannten dann, dass jede Zitrone einzigartig ist, egal ob sie eigentlich ein stachelloses Zitronenigelbaby ist oder aus der spanischen Arbeiterschicht kommt und das Ziel einer Revolution im Zitronenland verfolgt. Jedenfalls war es das Ziel des gesamten Workshops, offen über Themen wie zum Beispiel Diskriminierung, Identitätsprobleme und Gesellschaftsausschluss zu diskutieren und zu sprechen. Der Nachmittag wurde von zwei Referent*innen des Theaterkollektivs ‚theatrale subversion‘ angeleitet. Wir beschäftigten uns mit politischer Aktionskunst am Beispiel von Christoph Schlingensiefs Container. Die gezeigte Dokumentation klärte uns über den Sachverhalt auf und anschließend wurde darüber diskutiert, was politische Aktionskunst ist und was deren Absichten sind. Der letzte Abend wurde durch ein „Open Space“ gestaltet. Wer wollte, konnte an einem „Halt Mal Kurz“-Turnier teilnehmen oder mit Ken die Basics der Visualisierung lernen und wem dies nicht zusagte, konnte wieder gemütlich am Lagerfeuer platznehmen.

Der Freitagvormittag war noch einmal vollgepackt mit Gesprächsstoff. Wir sprachen über Feedback und machten uns in kleineren Gruppen schon einmal Gedanken über die Planung der kommenden Bildungstage und -fahrten. Außerdem wählten wir unsere Gruppensprecher*innen und besprachen Themen, die bei der Landesprecher*innenwahl auf die Tagesordnung gesetzt werden sollten. Gegen zwölf Uhr traten wir dann die Heimreise an.

Insgesamt war es eine sehr amüsante, interessante und angenehme erste Seminarfahrt. Unsere Gruppe hat sehr schnell zueinander gefunden, sodass wir an allen Tagen perfekt gemeinsam arbeiten und die Pausen zusammen verbringen konnten. Wir alle hatten sehr viel Spaß und ich nehme es mir heraus, zu sagen, dass wir uns alle sehr auf die kommenden Fahrten und Bildungstage freuen.

 

Franzi