Einsatzstellenbericht Stadtverwaltung Leipzig - Sachgebiet Demokratische Bildung, September - Dezember 2019

 

Seit drei Monaten arbeite ich inzwischen schon in der Geschäftsstelle für Kinder- und Jugendbeteiligung der Stadt Leipzig, zusammen mit meiner Mentorin Nicole und ihrer Kollegin Jella. Rückblickend ist die Zeit unheimlich schnell vergangen, schwer zu glauben, dass schon ein Viertel meines FSJs vorbei sein soll.

Ganz am Anfang stand erstmal der Umzug der Geschäftsstelle in neue Räumlichkeiten, also auch das Einrichten meines Arbeitsplatzes im Büro des Leipziger Jugendparlaments. Vom Jugendparlament hatte ich auch in der Vergangenheit schon gehört, jedoch ist es etwas ganz Anderes, die Sitzungsabläufe, die einzelnen Mitglieder und ihre Arbeit für die Interessenvertretung der Leipziger Jugendlichen persönlich kennenzulernen. Und genau das durfte ich von Anfang an, da meine Einsatzstelle unter anderem die pädagogische Begleitung des JuPas sowie des Leipziger StadtSchülerRates übernimmt. In diesem Rahmen konnte ich in den letzten Monaten Sitzungen und Arbeitsgruppentreffen beiwohnen und Workshops und Veranstaltungen mitorganisieren, vor- und nachbereiten und durchführen, wie zum Beispiel das „Planspiel Stadtrat“ des StadtSchülerRates.

Neben dem Unterstützen meiner Kolleginnen bei ihren Aufgaben bin ich auch stets dazu angehalten, eigene Ideen und Vorschläge einzubringen. Sei das nun in einer Arbeitsgruppensitzung des Jugendparlaments, in der interne Anträge bearbeitet werden, bei der Planung und Ausarbeitung einer Klausurtagung des StadtSchülerRates, auf welcher der im Oktober neu gewählte Vorstand sich und seine Aufgaben kennenlernt, oder in einem von meiner Einsatzstelle ausgerichteten Arbeitskreis zum Thema jugendgerechte Kommune, in dem eine Online-Übersicht der Möglichkeiten der Kinder- und Jugendbeteiligung in Leipzig konzipiert und diskutiert wird. Ich bin zu solchen Sitzungen nicht (nur) anwesend um zu protokollieren, sondern weil meine Meinung und mein Wissen geschätzt werden und ich wertvolle inhaltliche Beiträge leisten kann, darf und soll. Und da meine Einsatzstelle an sehr vielen, teilweise sehr unterschiedlichen Prozessen beteiligt ist, habe ich inzwischen fast das Gefühl, ich würde in allem mitmischen was irgendwas mit Jugend und Politik zu tun hat. Eigentlich ist das natürlich Quatsch, dafür gibt es viel zu viel in dieser Stadt, aber es ist trotzdem schön, dass es sich so anfühlt.
Wenn ich aber mal keine Zeit habe zu einer Veranstaltung mitzukommen, wenn ich aus privaten Gründen mal eher gehen muss oder einen Tag frei brauche, wenn mich eine Aufgabe oder ein Thema mal nicht interessieren sollte (was bisher tatsächlich gar nicht vorgekommen ist) oder ich sie aus anderen Gründen nicht übernehmen möchte, wenn ich etwas nicht kann oder verstehe und Hilfe dabei brauche, dann ist das nie ein Problem. Meine Mentorin legt sehr viel Wert darauf, dass ich mich bei allem wohl fühle, so viele Freiheiten habe wie ich brauche, dass ich weiß dass meine Arbeit geschätzt wird und vor Allem, dass ich nicht zu spät Mittagspause mache (auch wenn sie da selber nicht das beste Vorbild ist). Generell ist das Arbeitsklima in meiner Einsatzstelle sehr entspannt und kollegial.

Rathaus Leipzig

 

Neben meiner Mentorin Nicole Netwall, die sich unter anderem um Jugendparlament und StadtSchülerRat kümmert, arbeitet hier in der Geschäftsstelle auch noch Jella Bunke. Sie ist für Nutzer*innenbeteiligung im Schulbau zuständig, sorgt also dafür, dass Schülerinnen und Schüler ihre Wünsche und Anforderungen an ihre Schule einbringen und etwas später auch umgesetzt erleben können. Von ihr habe ich schon ganz viel darüber gelernt, wie solche Beteiligungsprozesse dann aufgebaut sind und ablaufen sollten, konnte zum Bespiel die Grundsteinlegung einer großen Quartiersschule erleben und habe generell einige sehr interessante Einblicke in den Leipziger Schulbau bekommen.  Im Januar kommen dann einige Beteiligungsverfahren auf uns zu, auf die ich mich jetzt schon freue.

Meine Einsatzstelle, um es ganz konkret zu machen, ist eingegliedert ins Dezernat 5 (Jugend, Familie und Soziales), Amt für Jugend, Familie und Bildung, Abteilung Bildung, Sachgebiet Demokratische Bildung. Dadurch, dass die Bedeutsamkeit von Kinder- und Jugendbeteiligung an den Prozessen die diese Stadt gestalten inzwischen bei den meisten Akteur*innen der Stadtverwaltung angekommen ist, habe ich jedoch auch schon viele andere Bereiche kennenlernen dürfen. Trotzdem werde ich es wahrscheinlich nie schaffen, die gesamte Verwaltungsstruktur zu kennen und zu verstehen, genauso wie ich mich immer noch regelmäßig in unserem Rathaus verlaufe (wer es kennt kann jedoch bestätigen, dass das wirklich nicht schwer ist).

Und wenn ich dann doch mal den Weg nach draußen und zurück ins Büro gefunden hab, dann sind meine Aufgaben hier genauso vielfältig wie der Rest meines Arbeitsalltags. Sicherlich nehme ich auch mal Anrufe entgegen, schreibe Protokolle und werte Feedback aus (was auch auf keinen Fall uninteressant ist, nur eben klassische Büroarbeit), aber ich bastle auch zusammen mit Jugendparlamentarier*innen stundenlang bunte Papiertüten für das Leipziger Lichtfest, recherchiere und teste potenzielle neue digitale Beteiligungsformate und denke mir Umfragen zur Verbesserung bestehender Projekte zur Toleranzförderung an Schulen aus.

Alles was ich tue hat mit jungen Menschen zu tun, und damit, ihnen Mitwirkung bei der Gestaltung ihrer Stadt zu ermöglichen, was mich unheimlich glücklich macht. Es freut mich jedes Mal, wenn ich Kinder und Jugendliche sehe, die sich für die kommunale Politik interessieren und Lust haben, vor ihrer Haustür für die Veränderungen zu sorgen, die sie sich wünschen. Außerdem hatte ich so die Chance, einen Haufen neue Leute aus Leipzig kennenzulernen, mit denen ich sonst nie in Kontakt gekommen wäre, was ich rückblickend echt schade fände. Ich bin zwar „erst“ seit drei Monaten hier, aber ich habe jetzt schon so viele Menschen kennenlernen, Erfahrungen sammeln und Einblicke bekommen dürfen, dass ich mir kaum vorstellen kann, was der Rest meiner Zeit hier noch alles für mich bereithält.

 

Anna

Cookie-Einstellungen

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige davon sind essenziell und andere ermöglichen uns einen besseren Service für Sie als Nutzer. Detaillierte Informationen über den Einsatz von Cookies auf dieser Webseite erhalten Sie in der Datenschutzerklärung.

Durch die Aktivierung des Schiebereglers, stimmen Sie der Verwendung der entsprechenden Cookies zu.

Technisch erforderlich

Diese Cookies sind für den Betrieb der Website unbedingt notwendig. Ohne sie wären bestimmte Webseitenfunktionen nicht möglich (z.B. Formularversendung). Essenzielle Cookies können daher auch nicht abgelehnt werden.

YouTube

Für die Darstellung von Videos auf dieser Website nutzen wir Tools von YouTube. Für die Funktionalität dieser Tools müssen Cookies des Anbieters gesetzt werden.

Google Maps

Für die Darstellung von Karten auf dieser Website nutzen wir Tools von Google Maps. Für die Funktionalität dieser Tools müssen Cookies des Anbieters gesetzt werden.

Facebook

Diese Cookies ermöglichen die Interaktion mit den sozialen Modulen der Website.