Einsatzstellenbericht KJR Landkreis Leipzig, März - Mai 2019

 

Die vergangenen drei Monate meiner FSJ-Zeit vergingen mal wieder wie im Flug und enthielten auf jeden Fall einige Highlights. Zunächst möchte ich aber etwas allgemeiner über meine Tätigkeiten beim Kinder- und Jugendring berichten. Neben dem täglichen Lesen der E-Mails gibt es auch andere Aufgaben, die sich in regelmäßigen Abständen wiederholen. Am meisten Kontinuität habe ich beim Anlegen unserer Presseordner. Ich durchforste dann die Zeitung, vor allem die Lokalteile unseres Landkreises und halte Ausschau nach Artikeln, die entweder den KJR und seine Projekte selbst oder unsere Mitglieder betreffen. Aber auch wenn es andere spannende und für uns relevante Beiträge zum Thema Jugend, Jugendarbeit oder Jugendbeteiligung gibt, hefte ich diese ab. Die Presseordner werden z.B. bei Veranstaltungen genutzt um unsere Projekte und deren öffentliche Wirksamkeit zu präsentieren oder helfen später bei der Verfassung von Sachberichten um das ein oder andere Detail nochmal „nachzuschlagen“. Regelmäßig finden bei uns, wie bestimmt bei vielen anderen Einsatzstellen auch, Dienstberatungen (DB) statt. Hier besprechen wir aktuelle Themen, Probleme und Projekte. Die DB wird jedes Mal von einer anderen Person moderiert und protokolliert und so habe auch ich diese Aufgabe schon übernommen. Nicht-interne „Wiederholungen“ sind vor allem Treffen in bestimmten Gremien, allerdings werden hier immer andere Dinge besprochen oder geplant. Als Repräsentantin des LPD-Jugendforums gehe ich z.B. aller zwei Monate zum sogenannten Begleitausschuss. Immer wieder neue Dinge erlebt man natürlich bei Tagungen, Workshops und Veranstaltungen, die unsere Projekte betreffen und da gibt es von den vergangenen Monaten wieder einiges zu erzählen.

Direkt Anfang März hatte ich die Möglichkeit, am Bundeskongress für politische Bildung teilzunehmen. Dieser wird von der Bundeszentrale für politische Bildung ausgerichtet und findet aller vier Jahre statt. In diesem Jahr wurde er in Leipzig zum Thema „Emotionen in Politik und Gesellschaft“ durchgeführt. Ich entschied mich unter anderem für die Podiumsdiskussionen zum Thema „Wirtschaft und nachhaltige Entwicklung – Was bewirken Emotionen?“ und „Cool bleiben und Grenzen ziehen – Wie reagiert politische Bildung auf emotionalisierte Verhältnisse?“. Es war sehr interessant, die Perspektiven und Meinungen von so vielen verschiedenen Menschen aus ganz Deutschland zu hören.  Des Weiteren lernte ich das Forumtheater kennen. Das ist eine sehr spannende, interaktive Form des Theaters in der vor allem gesellschaftliche Konflikte aufgezeigt und zusammen mit dem Publikum verändert werden sollen. Ich kann jedem nur empfehlen, mal an einer Vorstellung eines Forumtheaters teilzunehmen, wenn sich die Möglichkeit ergibt.

Unser erinnerungspolitisches Projekt „Nicht vergessen – Auf den Spuren der Opfer nationalistischer Krankenmorde“ ging erst vor wenigen Wochen zu Ende. Im März eröffnete die Schüler*innengruppe zunächst ihre eigens erarbeite Ausstellung zum Thema Euthanasie im NS und stellten die Schicksale der getöteten Menschen ihrer Heimatstadt dar. Im Mai wurden dann, gemeinsam mit dem Künstler und Erfinder Gunter Demnig, die drei Stolpersteine verlegt. Es war schön zu sehen und zu hören, wie viel die Schüler*innen durch dieses Projekt gelernt und wie gerne sie die Zeit dafür investiert haben.

 Mitte März folgte dann auch schon unsere vorletzte Seminarfahrt. Diese war definitiv ein Highlight (wahrscheinlich nicht nur für mich), denn es ging nach Brüssel! Das Thema „Vor der Europawahl – Nationalpopulistische Bewegungen im Aufwind?!“ bearbeiteten wir an unterschiedlichen Stellen. Durch die Stadtführungen, Workshops des Orga-Teams, den Besuch des Europäischen Parlaments und Gespräche mit verschiedensten, politisch relevanten Akteur*innen bekamen wir einen guten Einblick in das kulturelle, soziale, aber vor allem natürlich politische Leben in Brüssel. Außerdem half es uns, die Strukturen der EU etwas mehr auseinanderzunehmen und besser zu verstehen.
Die Vorbereitungen für die letzte gemeinsame Seminarfahrt begannen nun auch.

Im April fanden des Weiteren unsere zwei Bildungstage zum Thema „Bildungspolitik“ und gleichzeitig die Landesaktionswoche des FSJ statt. Bei letzterem entschieden wir uns dafür, auf die Probleme des ÖPNV für Jugendliche aufmerksam zu machen und verwiesen vor allem darauf, dass FSJler*innen außer einer Azubikarte, keine Vergünstigungen bekommen. Denn auch bei dem neuen Schülerticket werden Freiwilligendienstleistende nicht berücksichtigt und müssen nach wie vor viel Geld in die Fahrtkosten zu ihren Einsatzstellen investieren. Wir verteilten Flyer, malten ein großes Kreidebild und sprachen gezielt „ÖPNV-Einrichtungen“ auf die Problemlage an.

Einen Schritt, den ich ohne das FSJ wahrscheinlich nicht gewagt hätte, war die Kandidatur für den Stadtrat in meiner Heimatstadt. Auf einer Fachtagung, zum Thema „kommunale Jugendbeteiligung“ im vergangenen Herbst wurde ich von unserem Bürgermeister angesprochen und gefragt, ob ich mir vorstellen kann für den Stadtrat zu kandidieren, da er es sehr begrüßen würde, wenn dort auch endlich mal jüngere Bürger*innen vertreten wären. Ich dachte viel über dieses Angebot nach, entschied mich letztendlich dafür und ließ mich aufstellen. Gemeinsam mit den anderen Kandidat*innen der Liste veranstalteten wir vier Aktionen, bei denen Bürger*innen mit uns ins Gespräch kommen konnten, um uns kennenzulernen. Es war ein seltsames, aber auch aufregendes Gefühl, als ich am 26.05. dann meinen eigenen Namen auf dem Wahlzettel las. Den Abend verbrachte ich dann im Rathaus und verfolgte gespannt die Auszählung aller Stimmen für die Wahl vom Europaparlament, dem Kreistag sowie Stadt- und Ortschaftsrat. 1 Uhr nachts trafen dann die letzten für uns relevanten Ergebnisse ein. Ein Grund zur Freude? Ja, denn mit einer knappen Mehrheit habe auch ich einen Sitz im Stadtrat erhalten! Es fällt mir noch schwer das zu realisieren, aber ich bin überaus gespannt auf die kommende Zeit und freue mich auf viele neue Erfahrungen.

Was mir auch schwer fällt zu glauben ist die Tatsache, dass nur noch drei Monate FPJ vor uns liegen, aber ich freue mich schon sehr auf die letzten anstehenden Projekte, wie z.B. mein eigenes Projekt - Jetzt reden wir! ein Camp für Jugendbeteiligung - und Veranstaltungen, denn da werden wieder ein paar coole Sachen dabei sein.

Lea

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