DGB Sachsen September - November 2017

Dreieinhalb Monate meines FSJ sind vorbei und ich muss sagen, dass die Zeit sehr schnell verging. Anfang September stand der erste Arbeitstag in meiner Einsatzstelle an, auf den ich mich schon im Vorfeld gefreut hatte. Vom DGB hatte ich schon das ein oder andere Mal gehört - allerdings wusste ich nicht, wie vielfältig und komplex die Arbeit in einem Dachverband ist, der in Sachsen die Verantwortung für 273.000 und bundesweit sogar über sechs Millionen Mitglieder trägt. Ich wurde sehr freundlich aufgenommen und mit allen Arbeitskollegen bekannt gemacht, sodass von Beginn an eine offene und entspannte Atmosphäre herrschte. Ich sitze in einem großen Büro an meinem eigenen Schreibtisch, meist ist auch mein Mentor Joschka mit im Raum. Aufgrund seines jungen Alters kann er sich gut in meine Situation hineinversetzen und weiterhelfen, wann immer es Unklarheiten gibt. Das war zu Beginn besonders hilfreich, da ich mich erst einmal orientieren musste. Es war schon eine Umstellung, von der Schulbank in eine politische Organisation zu wechseln. Insbesondere die vielfältigen Strukturen des DGB, der sich in etliche Bezirke und Regionsgeschäftsstellen aufgliedert, waren neu für mich. Doch nach und nach wurde man mit der Sache vertraut, auch wenn der Lernprozess nach drei Monaten natürlich noch nicht abgeschlossen sein kann.

Einen Teil meiner Arbeitszeit verbringe ich im Büro. Dort kümmere ich mich vor allem um die Organisation des „Projekttags für Demokratie und Mitbestimmung“, welcher an sächsischen Berufsschulen von ehrenamtlichen Referenten durchgeführt wird. Dort lernen die Auszubildenden, wie demokratisches Miteinander funktioniert. Damit ein solcher Projekttag reibungslos über die Bühne geht, ist es notwendig, dass das Material für den Einsatz rechtzeitig an Ort und Stelle ist und der Ablauf genau koordiniert wird. Auch die Nachbereitung des Berufsschultags ist wichtig: Fragebögen müssen ausgewertet, Rechnungen geprüft und alle relevanten Daten im sogenannten Tourtagebuch online festgehalten werden.

Außerdem verfasse ich regelmäßig Berichte über besondere Aktionen meiner Einsatzstelle. Gleich in meiner zweiten Arbeitswoche veranstalteten wir eine Schifffahrt auf einem Raddampfer durch die Elbe. Ziel war es, auf die bevorstehende Bundestagswahl aufmerksam zu machen. Im Rahmen dieses Events kam ich auch erstmals mit DGB-Vertretern aus anderen Bundesländern ins Gespräch. Ich habe das Glück, dass in die Zeit meines FSJ einige Großveranstaltungen fallen, die nur alle vier Jahre stattfinden. Vom 9. bis zum 12. November 2017 nahm ich in Berlin an der diesjährigen DGB-Bundesjugendkonferenz teil. Diese Tagung war ein echtes Highlight, denn insgesamt waren über 300 Gewerkschaftsvertreter anwesend. Auf der einen Seite war es sehr interessant, bei den Debatten der Delegierten dabei zu sein, die teilweise bis tief in die Nacht über die politische Marschroute für die kommenden vier Jahre diskutierten und auch stritten. Aus nächster Nähe mitzuverfolgen, wie Beschlüsse gefasst und Weichen für die Zukunft gestellt werden, ist definitiv eindrucksvoller, als nur in der Presse davon zu lesen. Andererseits war es eine Bereicherung, sich in den Pausen und auf einer Rooftop-Party am Freitagabend auf dem Alexanderplatz mit anderen jungen Leuten auszutauschen und zu feiern.

Zudem gab es bisher fast wöchentlich kleinere Aktionen, die aber ebenfalls für viel Abwechslung sorgten. So konnte ich beispielsweise an politischen Ausschüssen, Vollversammlungen, einer Klausurtagung in Lichtenwalde, einem Azubi-Fachtag im Hygienemuseum, der internationalen Konferenz „Für ein soziales Europa!“ und weiteren Veranstaltungen teilnehmen.

Ein anderes spannendes Erlebnis war die DGB-Bezirkskonferenz am 16. Dezember in Leipzig. Auch diese wird nur einmal in vier Jahren ausgetragen und ist das wichtigste Zusammentreffen der sächsischen Gewerkschaftsmitglieder. 100 Delegierte, viele Gäste (darunter Bundestagsabgeordnete, der neue Ministerpräsident, der Landtagspräsident sowie weitere politische Akteure) und mehrere Pressevertreter waren anwesend. Ich war natürlich nicht stimmberechtigt, sondern kümmerte mich mit meinen Kollegen um den ordnungsgemäßen Ablauf der Konferenz. Diese lief im Grunde ähnlich ab wie die Bundesjugendkonferenz in Berlin, allerdings gab es außer den Antragsdebatten noch viele zusätzliche Punkte auf der Tagesordnung – zum Beispiel Redebeiträge der geladenen Politiker, Vorstandswahlen und Ehrungen. Erfahrungen wie diese nimmt man gerne mit, da sie eine willkommene Abwechslung zum Büroalltag darstellen und man einen exklusiven Einblick hinter die Kulissen der Bundes- und Landespolitik erhält.

Insgesamt ziehe ich ein absolut positives Resümee meiner ersten Monate im FSJ Politik. Ich hatte durchaus einige Erwartungen, die allesamt mindestens erfüllt oder sogar übertroffen wurden. Ich freue mich auf weitere acht Monate als Freiwilliger und bin gespannt, welche Erlebnisse das Jahr 2018 bereithält.

(c) DGB-Jugend Sachsen

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