Nadja

Hey, ich bin Nadja Büttner, bin 19 Jahre alt und komme aus Dresden. Mitte des Jahres 2018 beendete ich meine schulische Laufbahn auf dem "Glückauf"- Gymnasium in Altenberg.

Wie so viele FSJ`ler vor mir, gab es für mich mehrere Gründe ein freiwilliges soziales Jahr zu machen und nicht sofort mit einer Ausbildung oder einem Studium zu beginnen. Zum einen finde ich das Jahr als eine gute Möglichkeit, sich nach dem Beenden der Schule an das Berufsleben heranzutasten und neue Erfahrungen der praxisnahen Arbeit mitzunehmen. Zum anderen bin ich sehr daran interessiert, eine Ausbildung als Verwaltungsfachangestellte zu absolvieren und sehe daher ein FSJ Politik als eine gute Grundlage, um sicherzugehen, dass diese Ausbildung das Richtige für mich ist. Außerdem bin ich sehr politisch und geschichtlich interessiert, dass ich die Entscheidung getroffen habe, mich für ein freiwilliges soziales Jahr im Bereich Politik zu bewerben.

Meine Einsatzstelle ist der Bundesbeauftragte für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen Deutschen Demokatischen Republik (BStU), Außenstelle Dresden. Die größte Aufgabe meiner Stelle besteht hauptsächlich darin, die überlieferten Unterlagen der Stasi im ehemaligen Bezirk Dresden zu archivieren und dem Bürger zugänglich zu machen. In der Außenstelle Dresden lagern 3 Millionen Karteikarten, sowie 10 Kilometer laufende Akten. Jeder Bürger hat die Möglichkeit, unabhängig von der Außenstelle, einen Antrag auf Akteneinsicht zu stellen. Die Zentralstelle des BStU befindet sich in Berlin und die Behörde Dresden ist eine von zwölf Außenstellen (Chemnitz, Erfurt, Frankfurt (Oder), Gera, Halle, Leipzig, Magdeburg, Neubrandenburg, Rostock, Schwerin und Suhl), die miteinander arbeiten und Recherchen durchführen. Gelegentlich finden Vorträge und Führungen durch das Archiv, sowie Ausstellungen und Veranstaltungen statt, die dem Bürger einen Einblick über die Aufgaben des BStU geben sollen.

Die erste Woche meines FSJs fand in Berlin statt, wo ich die Möglichkeit bekam, besonders die Zentralstelle in Abhängigkeit mit den Außenstellen kennenzulernen. Bei meinen ersten Arbeitswochen in der Außenstelle Dresden bekam ich Einblicke in die unterschiedlichen Abteilungen der Behörde, unter anderem im Bereich des Archivs sowie der Kartei. Durch die vielen freundlichen und hilfsbereiten Kollegen verstand ich schnell den Arbeitsprozess von der Antragstellung bis hin zur späteren Akteneinsicht des Bürgers.

Meine vorrangige Aufgabe der nächsten Zeit wird die Betreuung der Bibliothek sein, was unter anderem die Bestandspflege und Auslage der Werbemittel, der Dokumentenhefte und Quellenhefte für die Schule beinhalten wird. Des Weiteren werde ich die historisch - politische Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit unterstützen, Ausstellungen betreuen und an speziellen Veranstaltungen und Bürgerberatungen teilnehmen.

Bei dieser Behörde ist es besonders wichtig, politisches und geschichtliches Interesse mitzubringen. Ebenso ist es eine gute Möglichkeit, sich im Bereich der Verwaltung auszuprobieren. Ich freue mich auf das bevorstehende Jahr mit all den interessanten und erlebnisreichen Aufgaben und Erfahrungen.