Jan

Gartenarbeit und nach toten Soldaten graben. Das war die erste Vermutung, die ich bei der Gesprächspartnerwahl im Kopf hatte als ich zum ersten Mal Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge gelesen habe. Das änderte sich jedoch schnell. Ich bin Jan Immer. 18 Jahre alt und absolviere mein FSJ Politik beim Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V., Landesverband Sachsen. Ich kann sagen, dass ich mit dieser Entscheidung 100 Prozent zufrieden bin. Mein Traum war jahrelang Pilot zu werden. Ich orientierte mich voll und ganz in diese Richtung. Bis mir meine Größe mit 2,06m einen Strich durch die Rechnung machte. Ich wusste nun nicht mehr, was ich machen sollte, doch dann erfuhr ich vom FSJ Politik bei der Sächsischen Jugendstiftung und da Geschichte und Politik meine Leidenschaften sind, traf ich nach einiger Überlegung die Entscheidung es zu versuchen. Durch meine Familie und eine sehr engagierte Politiklehrerin an meiner Schule war ich mit meiner eigenen Meinung und Selbstbewusstsein bestens ausgestattet. Mit der Stiftung hatte ich schon einige sehr gute Erfahrungen durch das Programm Spurensuche gemacht. Das ermutigte mich ebenfalls.

Das FSJ- Politik beim Volksbund bietet mir das, was ich mir für ein solches Jahr gewünscht habe. Ich arbeite mit Geschichte, persönlichen Schicksalen und beschäftige mich gleichzeitig mit mal mehr oder mal weniger interessierten Jugendlichen zu vielen politisch historischen Themen. Artikel für die Homepage, Pressemitteilungen und Protokoll führen, fordern und führen meine kreativen Seiten und zeigen mir neue Methoden des Schreibens. Natürlich fallen auch solche Tätigkeiten wie Post an oder Briefe falten, auch ein Kaffee für die Kollegen wird mal gekocht, aber alles auf freiwilliger Basis. Außerdem habe ich mit vielen wichtigen Leuten aus der Politik und Militär zu tun. Ich bin soweit im Politischen geschehen, dass ich von „außen“ betrachten, aber auch aktiv mitgestalten kann.

Im Oktober stand meine erste große Jugendbegegnung an. Es ging mit Schülern aus Freiberg nach Russland. Vom 01.10.2018 bis zum 10.10. waren wir in Tambov, einem ca. 250.000 Einwohnerstadt, und dann nach Wolgograd. Auf dieser Reise ging es um Gedenkstättenvergleich. Wie sehen russische Gedenkstätten aus? An was oder auch wen gedenkt man in Russland? Aber auch der kulturelle Austausch war wichtig. Themen wie Vorurteile, Regeln oder einfach länderspezifische Eigenheiten beider Seiten sorgten für einige gemeinsame „Lacher“ und angeregte Gespräche. Im Frühjahr steht dann die Rückbegegnung in Deutschland an.
Danach begann ich mit der Planung meines eigenen Projektes. Es soll ein Studentenaustausch in der Ukraine und Deutschland werden. Die Antragstellung läuft noch und ist ziemlich umfangreich. Jedoch erhalte ich von meiner Einsatzstelle jegliche Unterstützung, die Ich mir wünsche und brauche.
Der nächste große Termin stand am 18.11.2018 an. Der Volkstrauertag ist die zentrale Veranstaltung, die dieses Jahr sehr große Ausmaße annahm und mir einige Überstunden einbrachte. Hier traf ich den Ministerpräsidenten, Landtagspräsidenten, Abgeordnete des Sächsischen Landtages, Vertreter der Diplomatie und Bundeswehr und bedeutende deutsche Historiker. Die gemeinsame Arbeit und die Gespräche waren sehr bereichernd.

Abschließend kann ich nur sagen, dass ich voll und ganz zufrieden bin. Ich freue mich auf die nächsten Monate und die weitere gemeinsame Arbeit mit meiner Einsatzstelle.