Tom

Schon lange vor Ende meiner Schulzeit war mir klar, dass ich nach dem Abitur nicht direkt studieren wollte. Einfach mal nicht mehr pauken, den Kopf freibekommen und etwas Neues, Praktisches ausprobieren. Das FSJ Politik erschien mir dafür genau richtig. Zum einen, weil ich mich schon in verschiedenen Projekten mit der Sächsischen Landeszentrale für politische Bildung und der Sächsischen Zeitung politisch engagiert hatte und auch gerne weiterhin in dieser Richtung aktiv sein wollte und zum anderen, weil ich mich in Zukunft gerne im Bereich der Jugendbildung ausprobieren möchte.

Meine Einsatzstelle beim Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V. gibt mir genau diese Möglichkeiten. Wer beim Volksbund zunächst an Soldatengräber und Kranzniederlegungen denkt, liegt zwar nicht ganz falsch, doch in Wirklichkeit leistet der Verein noch viel mehr. Den Großteil meiner Zeit beim Volksbund unterstütze ich die Jugendarbeit. Dazu gehören u. a. die Organisation von Schulprojekten, Schüleraustauschen, Bildungsreisen und sogenannten „Workcamps“, bei denen Jugendliche alte Grabanlagen wieder auf Vordermann bringen. Besonders dabei ist, dass viele Projekte europäisch und international ausgerichtet sind. Im Vordergrund steht dabei immer die „Arbeit für den Frieden“, mit dem Ziel, dass junge Menschen aus ihrer oftmals gemeinsamen Geschichte lernen sowie sich gegenseitig ihre eigene Sprache und Kultur näher bringen. Gerade diese Woche komme ich aus Görlitz zurück, wo der Volksbund erfolgreich einen deutsch-griechischen Schüleraustausch organisiert und begleitet hat.

Natürlich gibt es auch ganz normale Bürotage, an denen ich die Post erledige, Kaffee koche, hunderte Briefe falte oder auch mal kleinere IT-Probleme löse. Aber keine Sorge: Diese Tage sind sehr selten und dank der netten Kollegen fast immer sehr kurzweilig. Ganz nebenbei sammle ich auch noch nützliche Erfahrungen fürs (Arbeits-)Leben, die mir dann nächstes Jahr in meinem dualen Studium der Wirtschaftsinformatik sicherlich hilfreich sein werden.