Lilli

Lilli, 18 Jahre

„Warum wolltest du denn aus Niedersachsen unbedingt nach Sachsen kommen?“

Das war wohl die am häufigsten gestellte Frage seit meinem Umzug von Oldenburg nach Leipzig vor knapp 2 Monaten. Und der überraschte Unterton, der dabei jedes Mal erklang, ließ darauf schließen, dass es etwas Außergewöhnliches sei „freiwillig“ nach Sachsen zu ziehen.

Dabei gibt es hier so vieles, was es in Niedersachsen nicht gibt.

Das FSJ Politik zum Beispiel. Und das war auch der Hauptgrund für meinen Umzug.

Seit dem 1. September arbeite ich nämlich beim Kinder- und Jugendring Landkreis Leipzig.

Hier habe ich endlich das Gefühl etwas Sinnvolles zu machen und wirklich „aktiv“ Politik zu gestalten.

Meine Arbeit ist so vielfältig, dass es schwierig ist, sie in einen Rahmen zu packen.

An dem einen Tag veranstalten wir ein Wahlforum für Erstwähler mit allen Direktkandidaten aus dem Landkreis, an einem anderen organisieren wir Treffen mit Zeitzeugen oder führen Workcamps mit geflüchteten Jugendlichen durch. Natürlich gibt es aber auch Aufgaben die regelmäßig erledigt werden müssen, wie z.B. Presseartikel verwalten, an Dienstbesprechungen teilnehmen oder Recherchearbeit für neue Projekte. Aber diese sogenannte „Büroarbeit ist wesentlich spannender als es vielleicht im ersten Augenblick klingt. Denn eigentlich bin ich gar keine Person, die gerne den ganzen Tag am Schreibtisch verbringt. Doch in meiner Einsatzstelle gleichen sich aktive Projekte und Büroarbeit sehr gut aus, sodass es manchmal sogar ganz entspannt ist einen Tag im Büro zu bleiben.

Und bei meinen netten Arbeitskollegen ist die Atmosphäre dort auch immer familiär, es wird zusammen gekocht, Filme geguckt, gequatscht…

Auch das Arbeiten auf dem Land, das ich vorher sehr skeptisch gesehen habe, erwies sich letztendlich als sehr interessant, da sich die Gesellschaft und die Stimmung in ländlichen Regionen doch sehr vom modernen Stadtflair unterscheiden.

Das FSJ Politik bietet also sehr vielfältige Möglichkeiten in die Welt der Politik einzutauchen und diese wirklich für ein Jahr mitzugestalten und zu verändern (und nicht nur zum Kopieren und Kaffee kochen eingesetzt zu werden). Es ist eine gute Art sich nach der Schule zu orientieren, zu gucken, ob der Bereich Politik etwas für einen ist und auf jeden Fall einen gesellschaftlichen Beitrag zu leisten. Noch dazu lernt man während des Jahres viele interessante Personen und Organisationen kennen, wodurch man sich perfekt vernetzten und eine unglaubliche Menge lernen kann.

Gerade in der heutigen Zeit ist es unglaublich wichtig, dass die Jugend sich wieder einbringt,  ihre moralischen Werte vertritt und  sich für ihre Ziele einsetzt, damit sich die Politik und damit auch das Land weiterentwickeln kann.

Ich freue mich auf jeden Fall schon auf weitere schöne Monate!