Hannah

Nach meinem Abitur wusste ich erst einmal gar nicht, was ich mit mir und meinem Leben anfangen soll. Studieren kam für mich nicht infrage, dafür musste ich mich erstmal von Lernerei und Stress erholen. Es waren eher praktische Aufgaben, zu denen es mich hinzog - da kam das freiwillige politische Jahr für mich genau richtig.

Nach Bewerbungsgespräch und großer Kennenlernrunde mit allen Einsatzstellen arbeite ich nun seit Anfang September 2015 in der Stasi-Unterlagen-Behörde (BStU) in Dresden. Meine Aufgaben sind vielfältig – zunächst gehört einiger organisatorischer Kram dazu, beispielsweise das Aktualisieren diverser Veranstaltungskalender, das Verwalten der Bibliothek sowie das Bestellen von Werbemitteln zu verschiedenen Veranstaltungen, des Weiteren bin ich direkt am Entstehen neuer Projekte beteiligt. Gerade das Arbeiten mit Originaldokumenten macht die Arbeit hierbei sehr spannend und vermittelt eine noch viel ausgeweitetere, intensivere Auseinandersetzung mit der diffizilen Problematik.

Nebenbei komme ich auch mit Betroffenen ins Gespräch, wenn wir beispielsweise Bürgerberatungen veranstalten. Die dabei erlebten Schicksale kennenzulernen und zu erfahren, was es bedeutet hat, als Oppositioneller von der Stasi verfolgt zu werden, ist sehr eindrucksvoll und gleichzeitig erschreckend und lehrreich im Bezug darauf, was eine Diktatur anrichten kann.