Annika

Das Abitur geschafft, aber noch keine endgültige Entscheidung bezüglich meines beruflichen Werdegangs - da stand für mich schnell fest, mir noch ein Jahr Zeit zu nehmen, um praktische Erfahrungen zu sammeln und neue Einblicke zu gewinnen. Dabei erschien mir aufgrund meiner Interessen ein politisches FSJ als die beste Möglichkeit. Und die Arbeit in meiner Einsatzstelle, der Gedenkstätte Bautzen, hat mich in dieser Entscheidung bisher nur bestätigt und ich freue mich sehr auf die kommenden Monate!

Die Gedenkstätte Bautzen bietet mir durch abwechslungsreiche Arbeit die Möglichkeit mich intensiv mit historischem Ereignissen auseinander zu setzen. Dabei beschäftigt sich meine Einsatzstelle mit der Geschichte beider Bautzener Gefängnisse - Bautzen I, auch bekannt als „Gelbes Elend“, und Bautzen II – während der Zeit der Weimarer Republik, des NS-Regimes, des sowjetisches Speziallagers und der SED-Diktatur.

Meine Arbeit umfasst nicht nur alltägliche Büroarbeit. Einen Großteil meiner Aufgaben nimmt die Arbeit mit Akten und Inventarisierung von Büchern ein. Außerdem habe ich die Möglichkeit bei der Organisation von Veranstaltungen zu helfen sowie Führungen und Schülerprojekte zu begleiten. Besonders einprägsam sind für mich die persönlichen Gespräche mit Zeitzeugen, wobei es sehr spannend ist, ihre Schicksale kennen zu lernen und zu erfahren, wie jeder Einzelne damit umgeht.

Die Vielfältigkeit der bereits genannten Tätigkeiten wird noch ergänzt durch Aufgaben, welche sich aus laufenden Arbeitsprozessen ergeben. Insgesamt ergeben sich dadurch für mich spannende, interessante und informative Arbeitstage, welche mir eine intensive Auseinandersetzung mit unserer Geschichte ermöglichen. 

Die Gespräche mit Zeitzeugen, sowie die Originalquellen vor Ort – Akten, als auch Arrestzellen – vermitteln dabei ein authentisches und zugleich erschreckendes Bild bezüglich des Umgangs mit Oppositionellen in einer Diktatur.